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Wie viel Energie Hund und Katze brauchen

RER, MER und DER ohne zu viel Theorie: wie du den täglichen Energiebedarf von Hund oder Katze berechnest und wovon das Ergebnis abhängt.

18. Juni 2026

Zwei aktive Hunde beim Spaziergang — der Energiebedarf hängt von der Aktivität ab

DER-Rechner

850 kcal/Tag

RER
530 kcal
Multiplikator
×1,60
BCS
×1,00

Eine Portion beginnt mit Energie. Das Gewicht allein reicht nicht aus, denn zwei Tiere mit derselben Masse können völlig unterschiedliche Bedürfnisse haben. In der Praxis berechnen wir zuerst den RER, wählen dann einen Faktor und erhalten den DER — den täglichen Energiebedarf.

RER — der Ausgangspunkt

RER ist die Energie, die der Körper in Ruhe braucht: für Atmung, Herzarbeit und das Halten der Körpertemperatur. Er wird mit folgender Formel berechnet:

RER = 70 × Körpergewicht (kg)0,75 [kcal/Tag]

Der Exponent 0,75 ist wichtig: Kleine Tiere verbrauchen im Verhältnis mehr Energie pro Kilogramm als große. Deshalb ist diese Formel genauer als ein einfaches „x kcal pro Kilogramm”, besonders bei sehr niedriger oder hoher Körpermasse [1].

Von RER zu MER und DER

RER berücksichtigt weder Bewegung noch Alter oder physiologischen Zustand. Dafür dient der Faktor.

MER bezieht sich auf die Erhaltung eines erwachsenen Tieres mit stabilem Gewicht. DER ist der vollständige tägliche Bedarf, also der Wert, der beim Zusammenstellen einer Portion am häufigsten gebraucht wird.

In der Praxis gilt: DER = RER × Faktor. Der Faktor hängt unter anderem von Art, Kastration, Aktivität, Alter, Wachstum, Trächtigkeit, Laktation und BCS ab [2].

Faktoren

Am häufigsten verändern Aktivität, Kastration oder Sterilisation, Lebensphase und BCS den Wert. Wachstum, Trächtigkeit und Laktation erhöhen das Ergebnis meistens; geringe Aktivität, Seniorenalter oder Übergewicht können es senken [2].

Der Rechner oben zerlegt den Faktor in diese Elemente, damit das Ergebnis nicht nur vom Gewicht abhängt.

Was der Rechner nicht ersetzt

Die Berechnung ersetzt keine Beobachtung. Nach Einführung der Portion muss man BCS und Gewicht im Zeitverlauf beobachten. Wenn das Tier entgegen dem Plan zu- oder abnimmt, passen wir die Portion an [2].

Die Regel „2–3 % des Körpergewichts” ist bequem, lässt aber Energiedichte der Diät und Aktivität außer Acht. Vom Energiebedarf aus zu rechnen ist sicherer.

Was das für BARF bedeutet

Energie legt die Portionsgröße fest; erst danach werden Protein, Fett, Mineralstoffe und Vitamine berechnet. Deshalb stützt BARFLAB die Grammangaben auf DER und nicht nur auf einen Prozentsatz des Körpergewichts.

Quellen

  1. National Research Council (2006). Nutrient Requirements of Dogs and Cats. The National Academies Press. https://doi.org/10.17226/10668
  2. WSAVA Global Nutrition Committee. Global Nutrition Guidelines & Toolkit. World Small Animal Veterinary Association. https://wsava.org/global-guidelines/global-nutrition-guidelines/