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B3 (Niacin / Vitamin PP) in der Ernährung von Hunden und Katzen

Ein kurzer Leitfaden zur Bedeutung von B3 (Niacin / Vitamin PP) in der Ernährung von Hunden und Katzen.

B3 (Niacin / Vitamin PP)

Sie gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen. Sie ist Bestandteil der Coenzyme NAD und NADP, die das Fundament der Zellatmung bilden, während der Metabolit NADPH das Glutathion-System – das wichtigste antioxidative System des Organismus – speist [1]. Sie unterstützt die Haut, das Verdauungssystem und das Nervensystem. Der artspezifische Unterschied ist entscheidend: Hunde produzieren einen Teil des Niacins in der Leber aus der Aminosäure Tryptophan, während Katzen diesen Stoffwechselweg praktisch nicht besitzen und ihren gesamten Bedarf über die Nahrung decken müssen [2] [3]. Daher ist der Bedarf bei Katzen deutlich höher: Der NRC (2006) gibt für Katzen einen RA-Wert von 10 mg / 1000 kcal ME an, gegenüber 4,25 mg / 1000 kcal ME beim Hund [1]. Das Vitamin ist thermisch stabil.

Vorkommen: Fleisch und Innereien (besonders viel in Hähnchen- und Putenbrust) sowie Bierhefe [1].

Mangel: Bei Fleischfressern bei ausreichender Menge und Vielfalt an Fleisch sehr selten. Bei Hunden verursachte dies historisch die „Black-Tongue-Krankheit“ (Schwarzzungenkrankheit) — eine schwere Entzündung und Nekrose der Mundschleimhaut (klinisches Bild der Pellagra) [4]. Katzen sind aufgrund des fehlenden Tryptophan-Puffers anfälliger für einen Mangel — bei einem niedrigen Wert im Kalkulator sollte man nicht auf Symptome warten. Ein niedriger B3-Spiegel ist ein guter Indikator für eine monotone Ernährung: In den meisten Fällen sind mangelnde Abwechslung oder falsche Zutatenverhältnisse die Ursache.

Überschuss: Kommt bei einer natürlichen Ernährung nicht vor — der Körper legt keine Reserven an, und Überschüsse werden über die Nieren gefiltert und mit dem Urin ausgeschieden [1] [5]. Achtung: Bei Tieren mit chronischer Nierenerkrankung kann der Bedarf erhöht sein (schlechteres NAD-Recycling) — dies ist eine Situation, die eine tierärztliche Beratung erfordert und keine eigenständige Korrektur.

Quellen

  1. National Research Council (2006). Nutrient Requirements of Dogs and Cats, rozdz. 6. National Academies Press. https://nap.nationalacademies.org/catalog/10668/nutrient-requirements-of-dogs-and-cats
  2. Morris JG, Rogers QR (1982). Metabolic basis for some of the nutritional peculiarities of the cat. J Small Anim Pract 23:599–613. https://doi.org/10.1111/j.1748-5827.1982.tb02520.x
  3. da Silva AC, Fried R, de Angelis RC (1952). The Domestic Cat as a Laboratory Animal for Experimental Nutrition Studies: III. Niacin Requirements and Tryptophan Metabolism. Journal of Nutrition 46(3):399–409. https://doi.org/10.1093/jn/46.3.399
  4. Hand MS, Thatcher CD, Remillard RL, Roudebush P, Novotny BJ (2010). Small Animal Clinical Nutrition, 5th Edition. https://www.markmorrisinstitute.org/sacn5.html
  5. Merck Veterinary Manual (2023). Nutritional Requirements of Small Animals. https://www.merckvetmanual.com/management-and-nutrition/nutrition-small-animals/nutritional-requirements-of-small-animals